ÖSTERREICH | ALLGÄU [Hochgrat und Umgebung]

2 Länder in 6 Stunden. Im Naturpark Nagelfluh geht es zuerst über die Staatsgrenze und dann hoch durch das fruchtig-grüne Land, vorbei an moosbewachsenen Nagelfuhbrocken oder doch Meteoriten? Es riecht nach frischer Minze, Kuh und Heu. Pfifferlinge sind im Waldstück zu finden und einen Ameisenbär meinen wir auch im Farn zu sehen. Vermutlich ist es doch nur ein Baumstamm mit rohrförmiger Schnauze und Fell aus Farn. Ein fantasieanregender, abwechslungsreicher Pfad führt bis zum Staufner Haus. Traumhafte Blicke nach Deutschland und Österreich und hey, wir laufen ein Stück auf dem E4/E5! Danach Hüttenhopping mit reichlich Belohnung. Anspruchsvoll? Ja! Machbar? Natürlich.

Der beschriebene Rundweg im Naturpark Nagelfluh* führt vom Lecknertal in Österreich über die Staatsgrenze nach Deutschland und via Lauchalpe zum Staufner Haus. Nach einer Stärkung geht es über die Bergstation weiter Richtung Alpe Scheidwang, Alpe Helmingen, die Jausenstation Hittisau (Neuschwandalpe) und wieder zurück zum Parkplatz.

Die Runde dauert etwa 5-6 Stunden (reine Gehzeit!). Ca. 2.5-3 Stunden bis zum Staufner Haus. Ab der Hochgratbahn-Bergstation sind es ca. 2.5-3 Stunden reine Gehzeit bis zum Parkplatz. Optional: Aufstieg zum Gipfel ca. weitere 40 Minuten ab Staufner Haus.

Die Tagestour ist für motivierte, trittsichere und sehr sportliche Kinder ab ca. 6 Jahren geeignet (der Gipfel ist nur für absolut schwindelfreie Personen empfehlenswert). Unsere Tochter hat die Runde mit 5 Jahren knapp geschafft, zeitweise haben wir sie aber getragen. Die Kraxe geht natürlich auch, ist aber eine Herausforderung. Wanderschuhe (und Wanderstöcke) erforderlich! Kinderwagen unmöglich.

*Nagelfluh: Molassegestein, das rundgeschliffene Felsbrocken enthält. Diese ragen wie Nagelköpfe aus den Steilwänden (Fluh).

Staufner Haus (1634m über dem Meeresspiegel)
Das Haus liegt am Hochgrat bei Oberstaufen/Steibis, 80hm unterhalb der Bergstation der Hochgratbahn. Die Hütte gehört der Sektion Oberstaufen/Lindenberg des DAV an und bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten.


Hochgrat (1834m über dem Meeresspiegel)
Der höchste Berg im westlichen Allgäu inmitten des Naturparks Nagelfluhkette. Grenzübergreifend zwischen Deutschland (Allgäu) und Österreich (Voralberg).



Alpe Helmingen (1224m über dem Meeresspiegel)
Urig und herzlich bewirtet. Hier gibt es auch leckeren prämierten Hochalpkäse zum Mitnehmen.

Jausenstation Hittisau (Neuschwandalpe) mit Übernachtungsmöglichkeit in Familienzimmern.
Hütte im Bregenzer Wald, 6km von Hittisau. Es gibt ein Restaurant, Kinderspielplatz und Streichelzoo mit Ziegen, Schweinen, Ponys, Hasen und Katzen.

WEGBESCHREIBUNG

Tagestour: ab Lecknertal über eine 4km lange Mautstraße (Mautgebühr pro Auto 3 €/Stand 2021 – entweder am Häusle oder am Parkplatz zahlen). Danach kommt der Wanderparkplatz Kälberweide, ab hier besteht Fahrverbot und hier starten wir die Wanderung (am besten Leckach 164-166, 6952, Österreich oder Alpengasthof Höfle als Richtung in den Navi eingeben).

Beschilderung Richtung Hochgrat folgen. Man kommt am Lecknersee und am Alpengasthof Höfle (Einkehrmöglichkeit) vorbei, ein 200 Jahre altes Gebäude mit Schindeln und Schlagläden. Hier steht auch die Holzkapelle Mariä Heimsuchung,

Über die Staatsgrenze geht es weiter in Richtung Staufner Haus/Hochgrat. DAV Markierung rot-weiß-rot über die südliche Lauchalpe bis zum Staufner Haus (E4 und E5).

Wir schrauben uns weiter aufwärts, es wird immer steiler. Die Vegetation ändert sich. Wir begegnen Dolen, Fröschen, Libellen, Schmetterlingen, Ziegen, Braunvieh und vielen grünen Fabelwesen.

Man kommt an der Südlichen Lauchalpe vorbei, wandert weiter in Serpentinen und passiert noch die Morgenalpe. Dahinter liegt dann das Staufner Haus. 1. Etappe geschafft!

Schweinsbraten & Thai Curry meet deutschen Filterkaffee in den Allgäuer Bergen. Das Staufner Haus (Baujahr 1908) bietet Bergkäse, internationale Leckereien und eine phänomenale Aussicht in die Bergwelt der Allgäuer Alpen, in die Nagelfluhkette, nach unten bis zum Bodensee.

Vom Staufner Haus geht es über die Hochgratbahn-Gipfelstation weiter Richtung Alpe Obergelchenwang (wenn jemand da ist, gibt es Getränke) via Alpe Scheidwang (zeitweise bewirtschaftet) zur Alpe Helmingen (zeitweise bewirtschaftet) bis zur Jausenstation Hittisau (Neuschwandalpe) mit Streichelzoo/Spielplatz (ganzjährig bewirtschaftet) und dann via Alpgasthof Höfle zurück zum Parkplatz Kälberweide.

Fündig sind wir auch geworden. Das Abendessen daheim ist also auch schon gesichert!

Wichtig! Es empfiehlt sich auf jeden Fall eine Landkarte mitzunehmen – für den Fall, dass man sich bei Abzweigungen/Beschilderungen unsicher ist!

„Bei jedem Schritt mit der Natur bekommt man
weit mehr, als man sucht.“
John Muir

Viel Spaß beim Wandern!

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