POLEN [in love with Warsaw] – Travel Guide

Warum nach Polen ?


Impressionskonfetti©

Polnische Metropole Warschau, Hauptstadt, Piroggen, Zloty und die Seejungfer, überraschend & lebendig, Ort der Kontraste, Frédéric Chopin, Stare Miasto, enge Gassen, UNESCO-Weltkulturerbe, Szene-Lokale, bunte Häuser in Pastell, Stadtteil Praga, verführerischer Waffelduft, Zurek im Brot, Bernstein, gotische Kirchen, angesagte Mode Labels, Kulturpalast und Königsschloss, Häuserblocks aus der Sowjetzeit, chinesischer Garten, Pfauen und Chopin-Konzerte, jüdische Kultur, moderne Wolkenkratzer, Wiederaufbau, Geschichte, charmante Cafés, gemütliche Restaurants und zu süße Kuchen, Blumenpracht, Weichsel, Street Art, Flaniermeile, Strandkörbe, Lifestyle, Kunst, Sandstrand, Wodka und Pommes, Hering und Goldschmuck, Wasserspielplatz & Waffeln an der Weichsel. Klingt gut? Witamy w Polsce – willkommen in Polen!

L(i)ebenswert: Warschau und die Weichsel – verblüffend schön, und ganz anders als erwartet. Eine große Überraschung! Auch für die Kinder.

Wir wollten mal das östliche Mitteleuropa schnuppern und dann: zakochany w Warszawie – in love with Warsaw! Zwischen Straßenkünstlern und Musikanten, Historie & Moderne. Herrlich duftende Waffeln überall und in allen Variationen – süß und auch salzig, so wie Warschau selbst. Wir haben uns an einem bunten Fenstercafé eine leckere Warschauer Waffel auf die Hand geben lassen und sind durch die charmanten Gassen der historischen Altstadt geschlendert – Schaufensterbummel, Gebäudeschau, Verweilen in Cafés – das süße Sein!

Nach unseren Erkundungen gönnten wir uns ein Eis am Ufer der Weichsel und erfrischende Getränke im StrandkorbSpielpause im Sand. Abends gab es Piroggen und eine köstliche Suppe im Brötchen! Ein gelungener Tag und wir hatten mehrere davon. Die Stadt hat uns total überrascht.

Die Hauptstadt Polens ist wunderschön und sehr vielfältig. Kultur und Geschichte überall. Die Altstadt wurde, nach ihrer kompletten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, wieder neu aufgebaut. Die Skyline der Neustadt ist bemerkenswert. Die Vielfalt der Architektur und Viertel, also die Mischung der Baustile, spiegelt die turbulente Geschichte beiderseits der Weichsel wider. Ein Ort der Kontraste. Die Metropole hat wirklich Flair. Ich finde, es ist nicht unbedingt die Schönheit, es ist eher die sichtbare Verschiedenheit, die Warschau so attraktiv macht. Die Stadt ist bunt und pulsierend, trotzdem entspannt. Für die ganze Familie total abwechslungsreich – von Königsschloss über Wasserspielplatz, Sandstrand, Parks und Zoo, bis hin zu Zauberern und Straßenkünstlern bis spät am Abend.

Die Menschen sind voller Energie und sehr liebenswürdig. Überall sind wir netten Leuten begegnet. Auslobung: freudig, kinderfreundlich & serviceorientiert.

Leider war es uns mit Kindern natürlich (noch) nicht möglich, uns in Warschau intensiv mit der Geschichte des Warschauer Aufstandes, dem heroischen Kampf der Polen gegen die Deutschen, zu beschäftigen und das damalige Sammellager Warschauer Ghetto (Tour durch den ehemaligen „jüdischen Bezirk“) und die Museen zu besuchen. Ich denke aber, dass das bei einem Besuch in Warschau, wenn möglich, unbedingt dazu gehört.

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Fotoquelle: Bundesarchiv; Foto: Ludwig Knobloch, Mai 1941 – damals wurde eine Mauer mit Stacheldraht errichtet und das Ghetto vom Rest der Stadt abgetrennt.

Unsere Tipps!

Allgemein

Drei ganze Tage Aufenthalt in Warschau sollten es schon mindestens sein damit man auch noch Zeit hat, das Naherholungsgebiet zu genießen. Anreise mit dem Auto oder Flugzeug & Shuttle. Trotz EU-Mitgliedschaft, ist das Zahlungsmittel noch Zloty – gibt’s am Geldautomaten oder in den Wechselstuben am Flughafen, jedoch ist es günstiger in der Stadt zu tauschen. Die Urlaubskasse wird keinesfalls überstrapaziert, die Preise sind moderat. Ankunft spät abends war auch sehr angenehm, die Stadt ist hell und wach. Warschau ist westlicher geprägt, als man vielleicht denkt – die Klischees bestätigen sich nicht wirklich. Viele Menschen denken bei Polen wahrscheinlich gleich an Armut, Tristesse, Diebstahl und an eine schreckliche Vergangenheit, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Schau genau hin! Warschau ist beeindruckend schön, aufstrebend und l(i)ebenswert.

Unterkunft

Wir waren an dem für uns perfekten Ort in Warschau. Eine neu renovierte und sehr geschmackvoll eingerichtete Altbauwohnung mitten in der Altstadt mit Ausrichtung und Blick in einen großen Innenhof. Wir waren mitten unter den Einheimischen und zu Fuß erreichte man fast alles, was der Tourist so wünscht. Gebucht bei Airbnb. Unsere Gastgeberin hat sogar für uns gebacken!

Die Preis-Leistung war fantastisch. Hotels sind zwar auch gut bezahlbar, allerdings muss man schon gut auf die Bewertungen achten, es scheint hier sehr große Qualitätsunterschiede zu geben.

Essen | Trinken

Warschauer Küche: vielfältig und abwechslungsreich, multikulturell und sehr kreativ. Hoher Fleischkonsum, aber die Polen sind auch absolute Fischliebhaber. Vegan & Veggie sind ebenso stark im Kommen. Die Polen lieben Suppen und Kaltschalen. Wir auch!

Tipp! Das Gospoda Kwiaty Polskie Restaurant. Unser Favorit in der Altstadt. Authentisch, lecker und liebevoll eingerichtet.

  • Pierogi (Piroggen) – Teigtaschen in Halbkreisform, meist von Hand ausgerollt; gefüllt mit Fleisch (z mięsem), mit Kraut und Pilzen (z kapustą i grzybami), mit Quark, Kartoffeln und Zwiebeln (ruskie), mit süßem Quark (z serem) oder mit Obst (z owocami).
  • Hering Warschauer Art – Hering in Öl, ideal zum Wodka.
  • Żurek – helle und leicht saure Suppe aus vergorenem Roggenschrot mit Fleisch oder Wurst. Oft in einem ausgehöhlten Brötchen serviert. Mein Favorit!

  • Barszcz (Borschtsch) aus Roten Beeten, meistens gereicht mit Kroketten. Fast in jedem Restaurant bestellbar.
  • Bigos – das Nationalgericht: ein herzhafter Eintopf aus gedünstetem Kohl und Sauerkraut, Speck, Schweinefleisch und Zwiebeln.
  • Chłodnik – eine erfrischende, pinke Suppe/Kaltschale mit Rote Beete, Sauerrahm/Buttermilch, frischem Gemüse, Radieschen, Gurken und Ei.
  • Wuzetka – Warschauer Kuchen mit Kultstatus, Sahnecreme und Kakaoteig. Sein Name stammt von der W-Z-Strecke, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde.
  • Wedel-Schokolade und die Wedel-Scholaden-Lounge, Schokolade mit Geschichte.

Orte | Sehenswürdigkeiten

  • Königsweg – die repräsentative Flaniermeile in Warschau. Die Straßen verbinden das Königsschloss, den Łazienki Królewskie und Wilanów. Man kommt am Präsidentenpalast, an der Warschauer Universität, an schönen Kirchen, Bürgerhäusern, Botschaften und Ministerien vorbei. Dieser Königsweg endet am Wilanów Palast. Unbedingt Flanieren.
  • Stare Miasto – die Altstadt. Im Zentrum liegt der Marktplatz mit pastellfarbenen Häusern und vielen Cafés.

  • Die Statue der Warschauer Seejungfer (Sirene) – das Symbol der Stadt. Zu finden in der Mitte des Marktplatzes der Altstadt.

  • Schlossplatz und Siegmundsäule – Wahrzeichen und ein beliebter Treffpunkt – das eigentliche Zentrum der Stadt. Auf der einen Seite befindet sich die Altstadt, auf der anderen beginnt der beliebte Königsweg.
  • Königsschloss – nach kompletter Zerstörung wieder rekonstruiert. UNESCO Weltkulturerbe. Kann von innen besichtigt werden.
  • Die Weichsel – der Fluss, der durch die Stadt fließt. Definitiv unser Lieblingsplatz in Warschau. Am Ufer: Warschauer Lifestyle hautnah. Kulinarische Pavillons, Strandkörbe, Sandstrände, Fahrrad-, und Wanderwege, Bars, Spielplätze und Veranstaltungen. Das Naherholungsgebiet von Warschau.

  • Flussüberquerung: man kann mit der kostenlosen Fähre auf die andere Seite der Weichsel fahren. Um Warschau aus einem anderen Blickwinkel sehen zu können , lohnt sich eine Fahrt mit der Wasserstraßenbahn oder mit einem Schiff. Die Strände in Warschau wurden vom National Geographic auch schon als einer der schönsten Stadtstrände weltweit eingestuft.
  • Lazienki Park – neben der Weichsel das Lieblingsziel für Spaziergänge. Der Park umgibt den Wasserpalast. Es gibt auch Orangerien, ein Amphitheater und einen chinesischen Garten. Man sieht sehr viele Eichhörnchen und Pfauen. Am Chopin-Denkmal gibt es oft sehr beliebte Chopin-Konzerte. Tipp! auf dem Rasen verweilen & dem Klavier lauschen.
  • Kulturpalast – das in Polen nicht ganz so beliebte Gebäude im alten Sowjetischen Stil. Das höchste Gebäude in Polen, im Herzen von Warschau zu finden. Ein Geschenk Stalins – ein Symbol sowjetischer Dominanz. Heute ein Markenzeichen der Hauptstadt. Man kann sich hier die Stadt und die umliegenden Wälder von oben ansehen.
  • Warschauer Stadtteil Praga – wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und gilt als das authentischste Viertel der Stadt. Hier findet man Gotteshäuser verschiedener Glaubensrichtungen, Museen, den Skaryszewski-Park, den Zoo, Flohmärkte, Szene-Bars, Wandgemälde und vieles mehr. Ein Spaziergang lohnt sich!
  • Warschauer Ghetto – geführter Rundgang möglich, den wir leider nicht machen konnten.
  • Polin Museum – Geschichte der polnischen Juden.
  • Weitere Museen – Museum des kommunistischen Lebens, Dollhouse Museum, Neon Museum und das Wodka Museum seien alle beeindruckend?!
  • Wilanów – das polnische „Versailles“ am Ende des berühmten Königsweges.

Für Kinder

Es gibt ein buntes Angebot für Kinder und immer wieder kleine Überraschungen um die Ecke. Parks, Spielplätze, Sandstrände, Wasserspiele, interessante Süßspeisen, Zoo, Zauberer und Straßenkünstler. Es gibt viel zu bestaunen, zu naschen und zu erleben. Unseren Kindern hat die Reise sehr gut gefallen. Vor allem die Kombination Stadt & Strand hat Spaß gemacht!

Achtung!

Polen überrascht! Warschau: die Sehenswürdigkeiten in der Stadt sind recht überschaubar, aber man kann sich dafür sehr viel Zeit für Entspannung nehmen – im Park, an der Weichsel, am Strand, im Museum, in reizenden Cafés… Wie in fast jeder Großstadt, muss man auch in Warschau aufmerksam sein. Es gibt Kleinkriminalität, Taschendiebstähle und andere unschöne Dinge. Also auch hier das Gepäck und das Getränk nie aus den Augen lassen. Autobahnen sind mautpflichtig. Bei seriösen Wechselstuben ist die Marge zwischen Euro-Ankaufs- (kupno) und Verkaufskurs (sprzedaż) zwar gering, aber es ist besser vor dem Tausch nach dem Kurs zu fragen. Es gibt auch hier schwarze Schafe. Bei Abhebungen an Geldautomaten am besten vorab über den Wechselkurs informieren, da dieser bis zu 10 % ungünstiger sein kann als der, der bei einer Abrechnung in Złoty verwendet wird. Die Ausfuhr von Gegenständen aus der Zeit vor 1945 unterliegt besonderen Regelungen (z. B. Bücher, Kunstgegenstände, Schmuck, usw.).

Summary

Wir möchten unbedingt mal wieder nach Polen. Nächstes Mal am besten inklusive der Ostseeküste. Es gibt so viel zu entdecken und es ist schade, dass die meisten Deutschen mit Polen keinen Urlaub verbinden. Die Klischees bei uns sind manchmal (noch) sehr präsent – umso mehr liegt es uns am Herzen von Warschau zu berichten. Es ist eine gute Idee das oft unterschätzte Nachbarland zu bereisen. Polen hat so viel zu bieten und es lohnt sich dieses wunderschöne Land richtig kennenzulernen. Es gibt viele tolle Strände, Wildparks, Seen, Burgen, Berge, tiefe Wälder und schöne Altstädte. Nicht zu vergessen: das leckere Essen. Die Gastfreundschaft ist sehr gut, die Preise sind günstig und der Weg nach Polen ist nicht so weit. Absolut familienfreundliche Angebote locken! Es ist peinlich und gemein bei Polen nur an (Auto)diebstahldelikte, Kommunismus und Alkoholismus zu denken. Lernen wir unsere Nachbar*innen mal kennen! In Italien werden statistisch viel mehr Autos geklaut und trinken tun Deutsche auch viel mehr als die Polen. Klischees sind eben auch mal gerne zwanzig, dreißig Jahre alt. Wir haben jedenfalls unsere nächste Reiseroute in Polen schon geplant. Und du? Auch nach Polen?

Viel Spaß und eine schöne Zeit!

Die Previs

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